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Wo soll es denn eigentlich hingehen?

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In meiner Klasse wurden einige pantomimische Darstellungen geprobt, um Körpersprache zu beobachten und wahrzunehmen. Ein Schüler mit der Aufgabe „Ausländer“ betrat den Raum, legte sich dort auf einen Tisch und nach den drei Fragen aus der Klasse: Penner? Alkoholiker? Ausländer? - zeigte die Klasse innerhalb von wenigen Sekunden mit dem letzten Begriff auch die Ausländer! gewählte Darstellung In dieser Situation stellte sich mir als Kunstlehrer die Frage, was ich machen kann, um diese Klischees und Vorurteile besser zu hinterfragen... Penner? Alkoholiker? Als ein möglicher Ansatz wurde dieses kleine Onlinemagazine entwickelt, um einen genaueren Blick auf unsere Umwelt zu entwerfen, aufzuklären und Vorurteile zu verhindern. Utz Kaspar, Herausgeber In den folgenden Seiten geht es nicht um die 56.300 Tote durch Schussverletzungen in den USA, die 2015 dort gezählt wurden - 92% in Kneipen oder in Zusammenhang mit Alkohol - aber nur zwei Tote durch islamisch motivierte Terroristen. Es geht auch nicht um die Milliarden Euro, die Deutschland in Unterbringung und Schulung von Flüchtlingen investiert - die aber alle zusammen vermutlich nicht mal 10% der ca. 250 Milliarden ausmachen, die 2008 in Deutschland im Zuge der Bankenkrise ausgegeben wurden, um damit unter Anderem auch private Banken zu retten. Es geht einfach um die Flüchtlinge in Mühldorf - was Sie hier machen und wie Sie hier geschult werden, damit sie eines Tages durch ihre eigene Arbeit auch zu leistungsfähigen Bürgern unserer vergreisenden Gesellschaft zu werden. Die folgenden Seiten zeigen als Gegengewicht zu oft verbreiteten Angstmotiven ganz bewusst den unspektakulären Alltag. Keine Panikmache, die schon bei dem Wort „Flüchtlingskrise“ beginnt. Eine enorme Krise werden wir erleben, wenn unser Bankensystem durch Spekulanten zerstört wird und damit das Auskommen nicht nur der nächsten Generationen gefährdet ist

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Bildung ist der Schlüssel Inte- gration

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In Gedanken unterwegs zu sein - dort hin, wo man sich schöne neue Dinge erträumt, das ist uns allen nicht unbekannt. Tatsächlich das eine oder andere Ziel zu besuchen und dann wieder nach Hause zurückzukehren, auch das ist vielen von uns gegönnt. nterwegs Aber aufbrechen zu müssen, weil es dieses Zuhause so nicht mehr gibt und das in einem Land, das mir gänzlich fremd ist -¬ das ist eine Reise, die sich keiner von seinuns auch nur im Entferntesten erdenkt. Ein Aufbrechen in eine ganz neue Richtung haben wir auch als Schule begonnen. Es hat sich schnell eine große Anzahl von Lehrern und Schülern gefunden, die den Menschen nicht nur beim Erlernen der deutschen Sprache helfen wollte, sondern auch an dem Unterwegssein und den vielen Erzählungen der Flüchtlinge interessiert ist. Für uns als Gymnasium mit einer Seminarschule für angehende Lehrer ergaben sich aber weitergehende Vernetzungen, die sowohl den Unterricht der eigenen Schüler mit vielen Themen bereicherten wie auch die kulturelle Interaktion mit den Geflüchteten befruchteten Daniela Raith Ruperti-Gymnasium Mühldorf Schulleitung

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Berufsintegrationskl Und wie sie funktionieren... MInderjährige Flüchtlinge Im September 2012 hat die Berufsschule I begonnen, die Berufsvorbereitungsklasse der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (umF) beim Kooperationspartner in Waldwinkel (Gemeinde Aschau) zu unterrichten. Die ersten 22 männlichen Schüler kamen aus neun Herkunftsländern. Ihre erste Unterkunft war die Bayernkaserne in München, wobei die meisten zwischen März und Juni 2012 nach Deutschland einreisten. Die Kooperationspartner Das Don Bosco Berufsbildungswerk stellte in Waldwinkel in ihrem Wohnheim eine Etage mit 22 Betten zur Verfügung, in dem die Jugendlichen während ihrer schulischen Ausbildung bis heute wohnen können. Somit war Waldwinkel vorerst zu ihrer neuen Heimat geworden. Da die Schüler minderjährig waren, stellte das Jugendamt Mühldorf den Vormund und alles Organisatorische übernahm bzw. übernimmt das Team im Wohnheim. Die Schüler Als Hauptproblem stellte sich schnell die sehr inhomogene Klassenstruktur dar, da die Schüler aus unterschiedlichsten Herkunftsländern stammten. Es kristallisierten sich etwa fünf verschiedene Bildungsstufen, vom nicht alphabetisierten bis zum leistungsfähigen Schüler mit sieben bis zehn Schuljahren an Vorerfahrung heraus. Rudimentäre Deutschkenntnisse und verschiedenste Kulturen erschwerten das Unterrichten erheblich. Seit diesem Schuljahr unterrichten wir mit unserem Kooperationspartner Berufsbildungswerk Don Bosco sechs Klassen mit Berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen (BAF), wobei je zwei BIK-Vs und ein BIK an der Berufsschule I Mühldorf und in Räumen der Berufsschule in Waldwinkel untergebracht sind. Die Schüler kommen derzeit aus den unterschiedlichsten Ländern, wie z. B. aus Afghanistan, Ägypten, Burkina Faso, Eritrea, Ghana, Iran, Kamerun, Kenia, Nigeria, Palästina, Pakistan, Somalia, Sierra Leone, Syrien, Uganda. Aufnahmeverfahren Aufgenommen werden alle berufsschulpflichtigen Asylbewerber und Flüchtlinge, die zwischen 16 und 21 Jahren alt sind, mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache und ihren Wohnort im Landkreis Mühldorf haben. Außerdem dürfen sie keinen in Deutschland anerkannter Schulabschluss besitzen und bisher keine Möglichkeit gehabt haben, in Deutschland einen Schulabschluss zu erwerben. Die Klassen haben durchschnittlich die Größe von 16 Schülerinnen und Schülern. Die Rechte und Pflichten sowie die schulischen Möglichkeiten hängen ganz stark vom Status der Flüchtlinge ab, ob sie Asylbewerber mit einer Aufenthaltsgestattung sind oder eine positive Asylentscheidung

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assen (BIK) mit einer Aufenthaltserlaubnis bzw. eine negative Asylentscheidung mit einer Duldung erhalten haben. Der Unterricht Die Beschulung ist als zweijähriges Modell ausgelegt und wird aufgeteilt in ein BIK-V (Berufsintegrationsjahr-Vorklasse) und in BIK (Berufsintegrationsjahr). Im BIK-V sind die Schüler/innen täglich im Unterricht, um vordergründig die deutschen Sprache zu erwerben und sich in unserer Gesellschaft zurecht zu finden. Es werden 25 Stunden pro Woche unterrichtet, wobei 16 Stunden geteilt sind, um in kleineren Gruppen differenzierten Unterricht anbieten zu können. Die sozialpädagogischen Betreuungsstunden bzw. die sozialpädagogische Betreuung sind flexibel und abhängig vom Bedarf. Im BIK wird eine allgemein- und berufssprachliche Ausbildung fortgeführt, die Berufsvorbereitung (v.a. Betriebspraktika) verstärkt und durch eine sozialpädagogische Betreuung unterstützt. Im Vordergrund steht, sich für einen Berufsausbildungsvertrag zu empfehlen und evtl. der Erwerb des Hauptschulabschlusses. Ziel dieser zweijährigen Beschulung ist, die Jugendlichen ausbildungsfähig zu machen und für den bayerischen Arbeitsmarkt zu Facharbeitern auszubilden, da in diesem Bereich der Mangel immer größer wird Michael Haase Staatliche Berufsschule I Mühldorf a. Inn

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Einstiegskurse für As Deutsch als Fremdsprache Ende 2015 wurde im Bundestag eine Maßnahme beschlossen, die es ermöglichen sollte schnell auf die wachsenden Flüchtlingszahlen in Deutschland zu reagieren. Hierfür stellte der Bund Gelder zur Verfügung, die über die Bundesagentur für Arbeit an Träger weitergegeben wurden, um damit sogenannte Einstiegskurse für Flüchtlinge abzuhalten. In diesen Kursen war das primäre Ziel der Erwerb der deutschen Sprache. Die Asylbewerber sollten aber auch die deutsche Kultur und ihre Besonderheiten näher kennen lernen. Zusammen mit der Handwerkskammer Oberbayern als Träger wollten wir am Ruperti- Gymnasium einen solchen Kurs ins Leben rufen. Schnell fanden sich an unserer Schule und deren Umfeld ca. 20 Lehrkräfte, die bereit waren in einem solchen Kurs zu unterrichten. Mit dieser großen Zahl an Lehrern konnten zwei Deutschkurse eingerichtet werden, die zu Beginn von je 20 Flüchtlingen besucht wurden. Für die Lehrkräfte war es eine spannende Aufgabe, da die meisten keinerlei Erfahrung mit der Vermittlung von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache hatten. Besonders interessant war aber die Zusammensetzung der Kurse. Die Teilnehmer kamen aus den verschiedensten Ländern und Kulturkreisen und hatten unterschiedliche Fremdsprachenkenntnisse. So war es keine Seltenheit, dass ein Lateinlehrer sein Schulenglisch auskramen musste, um z.B. einem Senegalesen auf Englisch zu erklären, was dieser wiederum einem Eritreer auf Italienisch sagen sollte, damit das deutsche Grammatikphänomen verstanden wurde. Die Handwerkskammer war ca. vier Monate als Träger tätig. Seitdem unterrichten die Lehrkräfte ehrenamtlich die verbliebenen Teilnehmer. Ob dieses Projekt sich auch im kommenden Schuljahr fortsetzt, ist noch offen. Die Bereitschaft der Lehrer ist gegeben, auch 2016/17 den Kurs aufrecht zu erhalten. Alle unterrichtenden Lehrkräfte empfanden

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ylbewerber es als spannende Aufgabe, einen derart bunt gemischten Kurs zu un- terrichten, in dem sich alle Beteiligten, egal ob Lehrer oder Schüler, immer äußerst wohl fühlten. Herkunftsländer, Hautfarbe, Religion oder Geschlecht waren nie ein Thema Simon Reißl Rupperti-Gymnasium Mühldorf

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Fördernachmitt F örderna In dem Rahmen ihres sozialen Engagements und ihrer sozialen Verantwortung kümmert sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9-12 des RGM um jugendliche Flüchtlinge. Unsere Partner sind die Mittelschule Mühldorf und das Don-Bosco-Jugendwerk, wo die Flüchtlinge regulär beschult werden. In regelmäßigen Abständen finden gemeinsame Treffen im Umfang von zwei Schulstunden am RGM nach dem Regelunterricht statt. Da dieses Projekt auf Integration und Spracherwerb abzielt, sieht ein ‚Fördernachmittag‘ folgendermaßen aus: 1. Teil: Zwanglose Unterhaltung Deutschunterricht; Leben in Deutschland, Leben im Herkunftsland der Flüchtlinge. Besuch der Stadtbibliothek… 2. Teil: Gemeinsames Sportprogramm am RGM Dieses Projekt ist keine offizielle Schulveranstaltung. Als besonders erfreulich ist daher hervorzuheben, mit wieviel Engagement die Schülerinnen und Schüler dieser freiwilligen und sozial ehrenamtlichen Tätigkeit regelmäßig nachkommen Edda Kruse-Friedrich Mittelstufenbetreuung Rupperti-Gymnasium Ehrenamtlic

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Bildergaleri & Video

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I nter Fördernachmit In der Auseinandersetzung mit dem The Schülern verschiedene Interviews erarb haben Luise Sterflinger und Lena Raben Auf dem Foto sind die Mädchen der and Das sind von vorne: Johanna Kain und Woher kommst Du? Ich komme aus Somalia. Wie heißt Du? Ich heiße Abdual Ahmid Wie ist die derzeitige Situation in Deinem Land? Somalia hat viele Probleme in der Politik. Die Al-Qaida, Al-Shabaab machen Probleme. Somalia hat viele Probleme, Somalia hat große Probleme seit 35 Jahren! Wie ist die Gleichberechtigung von Frau und Mann in Deinem Land? Dürfen Frauen und Mädchen in Somalia in die Schule gehen? Der Mann geht in die Schule, aber die Frau bleibt zu Hause. Vor 20 Jahren gingen die Mädchen noch in die Schule. Wie sieht es in Deinem Land mit Korruption aus? Die Politik in Somalia macht viel Korruption. Warum bist Du geflüchtet? In Somalia gibt es keine Sicherheit. Ich habe im Krankenhaus gearbeitet. Ich hatte viele Probleme da, weil ich eine soziale Arbeit hatte. Dann haben Al-Qaida und Al-Shabaab Probleme in den Zeitungen gemacht. Wenn man Informationen über sie an die Zeitungen weitergibt, werden sie Dein

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iew I ma Migration wurden von eitet. Das Interview unten bauer geführt. eren Interviews. Janine Held. Feind. Das gibt Probleme. Jeder will „OK“ sein, weil sie sonst sagen: „Warum machst Du etwas, das nicht gut für uns ist?“ und dann werden sie versuchen Dich zu töten! Deswegen bin ich nicht geblieben, weil wir keine Polizei haben, nicht die Macht der Regierung und dann kann man da nicht bleiben. Meine Freunde waren da und dann wurden sie getötet, auch als ich da war. Ich bin gerannt, habe mir meine Hand gebrochen. Auch meine Zähne wurden mir ausgeschlagen. Ich habe Probleme deswegen. Und die sind immer noch da, lassen Bomben explodieren, kämpfen mit Schusswaffen. Da sind Diktatoren. Wie bist Du nach Deutschland gekommen? Mit dem Boot durch Lybien und Italien. Von Somalia nach Äthiopien mit dem Auto. Es war sehr schwierig. Wie war die Situation während der Flucht? Es war schwierig. Zwei junge Kinder sind gestorben. Sie hatten keinen Vater. Viele Mädchen, Frauen und Kinder hatten Hunger. Der Motor war schlecht. Was gefällt Dir an Deutschland? Hier gibt es eine Schule und Lehrer. Ich habe ein Haus zum wohnen.

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Hier ist es sicher. Ich kann sechs Monate ein Praktikum im Altenheim machen und einen Deutschkurs im Gymnasium. Das ist schön. Ich will später im Altenheim arbeiten. Wie reagieren Deutsche auf Dich? Sie reden mit mir im Altenheim, die Schwestern helfen mir. Dort verstehe ich auch alles gut. Fühlst Du Dich wohl hier in Deutschland? Ja, sehr. Willst Du nach Somalia zurück? Jetzt gibt es viele Probleme in Somalia. Jetzt habe ich da keine Sicherheit. Natürlich erst dann, wenn es keine Probleme mehr gibt. Ist deine Familie in Somalia? Ja, ich habe eine Frau und acht Kinder. Ich habe aber keinen Kontakt zu ihnen, das ist problematisch. Aber ich denke an sie. Wenn wir Kontakt hätten würde ich sie gerne unterstützen. Welche Arbeit hattest Du in Somalia? Ich war Krankenpfleger in Somalia

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Video

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...gesungen von un E in Lied aus Der Apfel, der Pfirsich, die Tomate, die Kartoffe mannschaft sowie das Fußballspiel selbst, griechis unsere Zahlen, die Zahl Null – sie haben alle geme Sprache und unser Denken sind erst durch vielerlei jetzt sind – deutsch... Aber im Gegensatz zum Apfel können unsere Sp Kommunikation und Kultur entstehen durch den mit dem Namen „Leitkultur“, über den wir verfü 7- BMW oder eine Eintrittskarte zu den Wagner- Kultur ist eine Verbindung von Denken, Spielen Wer Kultur besitzen oder begrenzen will, hat di verstanden. Kultur ist nicht statisch, sie ist auch sich selbst. Sie ist universell und geht auch ohne Wer für sie offen ist, der kann sie überall versteh

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der Ferne... Videos l, einige Spieler unserer Fußballnationalche Denker, die Oper, Jesus, das Huhn, insam, dass sie Migranten sind. Unsere Einflüsse von Außen zu dem geworden, was sie rachschüler ein Lied aus ihrer Heimat singen. Gebrauch, sie sind kein statischer Gegenstand gen können wie beispielsweise über einen Festspielen in Bayreuth ... , Kommunizieren und Handeln. e Kultur in ihrem Wesen noch nicht ganz keine Uniform. Im Gebrauch verändert sie Gleichschritt mit. seren Sprachenschülern

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UNTERWEGS in Mühldorf - geht doch... Fotocredit: Alle Fotos und Videos von Utz Kaspar oder privat

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Kultur bedeutet nach Hegel, ein Ding oder Sache von mehreren Seiten aus zu betrachten ...